Von neajjean – Entire Gormenghast, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org

Ich glaube, jeder Bangkok-Reisende hat ihn schon mal gesehen. Der Turm ist einfach zu auffallend vom Fluss aus zu sehen, wenn man sich bei einer Bangkok Fluss Tour vom Wat Phra Kaeo kommend dem Pier und der Skytrain-Station an der Taksin Brücke nähert. Bernd Linnhoff vom Blog Faszination-Fernost hat ihn den faulen Zahn am Chao Praya genannt.

Der Sathorn Unique Tower, wie das Hochhaus richtig heißt, hat es sogar ins deutsche Wikipedia geschafft. „Das Gebäude ist mit einer Höhe von etwa 185 m eines der höchsten nicht-fertiggestellten Gebäude der Welt.“ Weiter wird nüchtern beschrieben „Unter dem Namen Ghost Tower erlangte das Gebäude große Beliebtheit unter Rucksacktouristen und Urban Explorers.“  https://de.wikipedia.org/wiki/Sathorn_Unique_Tower

Wie ist die Bauruine entstanden?

In den Hochzeiten des Baubooms in den 90ern – Thailand war eines der Tigerstaaten – wurde der Bau zweier Hochhäuser begonnen. Das unter dem heutigen Namen Lebua State Tower bekannte Gebäude wurde fertig gestellt. Sein Schwesterprojekt Sathorn Unique Tower konnte allerdings nicht mehr vollendet werden. Die finanziellen Mittel des Bauherren ließen das im Jahr 1997 nicht mehr zu. So blieben die 49 Stockwerke im Rohbau stehen. Offensichtlich fand sich während der Wirtschaftskrise und auch danach kein Investor, der dieses Gebäude hätte fertigbauen wollen oder können. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist der Abriss eines Hochhauses inmitten einer Großstadt mit sehr hohen Kosten verbunden. Keine Chance, das als Investition zu betrachten. Also bleibt die Ruine leer stehen.

Wie hat das Hochhaus seinen Namen Ghost Tower erhalten?

Es gibt viele Gerüchte und wenige Fakten. Angefangen bei den Geistern. Das Gelände soll früher ein Friedhof gewesen sein, weswegen sich die Geister hier noch herumtreiben würden. Wächter haben sie gesehen. Weiter geht es mit der Verurteilung des Bauherren für einen angeblich geplanten Mord. Und dann ist da noch der Selbstmord des schwedischen Backpackers im Jahr 2014. Alles in allem genug Gründe für Thais dieses Gelände nicht betreten zu wollen.

Kommt man da rein oder rauf?

Jein. Leider ist der Zugang mittlerweile gesperrt und bewacht. Die Polizei wird regelmäßig zitiert. Bis 2015 gab es noch geführte Touren. Mittlerweile ist das Gelände gesichert. Aber in sozialen Medien liest man immer wieder von Leuten, die es probiert haben und Glück hatten. Mindestens 500,- Baht Bestechungsgeld für eine willige Wache und das Risiko, eine Arrestzelle bei der thailändischen Polizei kennen zu lernen, muss man natürlich einkalkulieren. Ob sich das lohnt, muss jede und jeder für sich entscheiden. “Man kann es ja mal versuchen” reicht bei der Risikoabwägung nicht aus.

Was ist der Kick?

Zu Fuß in den 49. Stock ist anstrengend. Wenn man sich dabei auf hohen Treppen ohne Geländer in einem gespenstigen Umfeld mit dem Risiko von der Polizei entdeckt zu werden bewegt, wird ordentlich Adrenalin durch den Körper gepumpt. Mit hohem Puls kommt man in obersten Stock an und Bangkok liegt einem zu Füßen. Wow!

Grandiose Perspektiven zeigt das Video von The Other Side

Mein persönlicher Tipp:

Einfacher und auch sicherer, dabei nicht weniger spektakulär, kann man den Ausblick auf Bangkok vom Mahanakhon Skywalk aus erleben.