Ich bin in meinem Leben schon einige Tausend Kilometer Rad gefahren. Große Radtouren hatte ich früher allerdings nur sporadisch gemacht und erst recht spät kamen diese regemäßig dazu. Und nun fahre ich mehrmals im Jahr auf eine Radtour für 3 bis 7 Tage in Thailand.

Der riesengroße Vorteil beim Rad fahren in Thailand ist … tata! Genau, man braucht kein Zelt mitzunehmen und auch keine warmen Klamotten. In Thailand gibt es an jeder Ecke günstige Übernachtungsmöglichkeiten und bis auf eine kurze Zeit im hohen Norden ist es durchgehend warm bis heiß. Für manche sogar zu heiß.

Dieser große Vorteil bringt es mit sich, dass man richtig Radfahren kann. Ich kann mir nicht vorstellen mit 40 kg Gepäck verteilt auf Packtaschen hinten, LowRider vorne, Lenkertasche und was weiß ich, wo überall noch Taschen in der Gegend rum zu fahren. Daher ist mein Gepäck so gut wie möglich reduziert. Um Spaß zu haben bei der Thailand Fahrradtour. Dadurch kann ich auch mal sehr zügig unterwegs sein oder kann in die Berge fahren, von denen es bei mir zuhause in Nordthailand genügend gibt. Deshalb bin ich auch kein Weltreisender mit dem Rad.

Cycling Phu Chi Fah, Chiang Rai Province
Im Hintergrund rechts der Phu Chi Fah

Meine minimalistische Packliste Radtour ohne Zelt in Thailand

Und noch die ganze Packliste praktisch zum Ausdrucken, Abhaken und Ergänzen: Packliste Radtour PDF

Meine Kommentare zu einzelnen Punkten mit * sind ganz unten zu finden.

1. Kleidung

  • Lange Hose (als Zipp-off, so dass sie eine kurze Hose ersetzt)
  • T-Shirts oder Hemden (Je nach Geschmack Baumwolle oder schnelltrocknend. Ich bevorzuge atmungsaktive Hemden, die auch ohne Bügeln glatt sind, damit ich ordentlich aussehe. Sorry, bin ein bisschen eitel.)
  • Dünner, langärmliger Pullover (oder langärmliges T-Shirt bzw. Hemd. *)
  • 2 Unterhosen
  • 3 Socken
  • Flip-Flops
  • Badehose (nur im Süden Thailands)
  • Schwimmbrille (nur für Verrückte, die dann auch noch Strecke schwimmen 😉

2. Radkleidung

  • 2 Radhosen
  • 2-3 Radtrikots (Manche bevorzugen atmungsaktive T-Shirts oder Hemden. Ich finde die Rückentaschen einfach super praktisch.)
  • Armstulpen (Nicht nur im Winter, wenn es kühl wird, sondern vor allem als Sonnenschutz.)
  • Radhandschuhe
  • 2 kleine Handtücher (Wirklich klein, ca. 20×30 cm. Ich schwitze mächtig und muss mir ab und zu den Schweiß vom Gesicht wischen.)
  • Regenjacke (Nein, keine Regenjacke. Entweder regnet es nicht – zum Beispiel von November bis Februar so gut wie gar nicht – oder es ist so warm, dass es eh keinen Unterschied macht. Bin eh nass vom Schwitzen.)
  • Radschuhe oder Radsandalen (Ich benutze welche, in denen ich auch normal gehen kann)
  • Sitzcreme / Vaseline (kleine Größe)
  • Sonnenschutzmittel (kleine Größe)
  • Waschmittel für eine Handwäsche (abgefüllt in einer kleinen Flasche)

3. Fahrradteile

  • Helm
  • Fahrradbrille
  • 2 Radflaschen
  • 2x Ersatzschlauch und kleine Pumpe
  • Kleines Werkzeug-Set mit Kabelbinder und Tape (Nur die nötigsten Sachen.*)
  • GPS-Gerät bzw. -Tracker oder Smartphone mit einer entsprechenden App (dann aber Powerbank)
  • Tacho
  • Licht am Rad (LED-Blinklicht*)
  • Triller-Pfeife* (Um die Hunde abzuschrecken)

4. Hygiene

  • Kleine Waschlotion
  • Zahnbürste und Zahnpasta
  • Waschlappen
  • Handtuch (Nein, nehme ich nur selten mit und hoffe, dass in jeder Übernachtungsmöglichkeit eines zu finden ist. Notfalls frage ich. Nur im Süden am Meer dabei.)
  • Kamm, Bürste (Brauch ich nicht 😉)
  • Toi-Papier (keine ganze Rolle, sondern nur ein Drittel)
  • Rasierzeug (auch darauf verzichte ich für eine Woche)
  • Monatshygiene (Da kann ich nicht mitreden, wie viel frau davon braucht)

5. Schlafen

  • Seidenschlafsack (Ist wirklich leicht und klein. Dabei fühlt es sich saumäßig gut an und ist meist ausreichend warm.)
  • Moskitonetz (Nein, Gitter an den Fenstern oder Netz sind mittlerweile Standard in Übernachtungsmöglichkeiten.)
  • Ohrstöpsel (man kann Pech haben mit der Lautstärke der Zimmenachbarn)

6. Nahrung

  • Iso-Pulver (wenige Tüten, den Rest kaufe ich unterwegs)
  • Magnesiumpulver oder -tabletten (natürlich nur für eine Woche)
  • Trockenfrüchte / Nüsse (Irgendwas, mit dem du schnell mal Energie tanken kannst. *)

7. Gesundheit

  • Kleines Erste-Hilfe-Set*
  • Moskitoschutz (Anti-Brumm oder Nobite. Viele Reisende schwören auch auf Skeleton, ein thailändisches Produkt. Ich benutze kein Fenistil o.ä. um den Juckreiz zu stillen.)
  • Schmerztabletten
  • Mittel zum Einreiben zur Durchblutung der Muskeln (z.B. eine kleine Tube Neotica)

8. Sonstiges

  • Stirnlampe
  • Uhr
  • Notizbuch
  • Papiere
  • Kreditkarte (In diesem Artikel habe ich die beste Reisekreditkarte beschrieben.)
  • Geld
  • Smartphone + Ladegerät
  • SIM-Karte Thailand
  • Powerbank
  • Plastiktüten (für die Flip-Flops und dreckige Wäsche oder ähnliches)
Radfahren am Doi Nang Non, Chiang Rai

Kommentare

Kleidung:
Nur im Dezember oder Januar ganz im Norden von Thailand kann es abends und morgens kalt werden. Aber natürlich ist das Ermessenssache bzw. sehr individuell, wie viel warme Klamotten jemand braucht. Und Frauen sollten grundsätzlich ein paar warme Socken einpacken. (Das ist kein Witz.)

Werkzeug:
Wenn man eine Felge nicht zentrieren kann mit einem Speichenspanner, braucht man den auch nicht. Außerdem ist das Netz an Fahrradläden in Thailand dicht. Öffentliche Verkehrsmittel sind auch überall zu finden. Also, wenn man mal liegen bleibt, ergibt sich immer eine Möglichkeit weiter zu kommen.
Mir waren mal beide Schläuche punktiert und dann ging die Pumpe kaputt. Oben auf der höchsten Stelle der Passstraße. Ich habe mich mächtig geärgert, dass ich keine Belohnung für die Bergauf-Schinderei bekam, konnte aber hinten auf einem LKW mitfahren.

Licht am Rad:
Muss bei mir möglichst leicht sein. Ich habe nie vor im Dunkeln zu fahren, u.a. weil zu viele Besoffene auf den Straßen rumfahren. Aber da es früh dunkel wird, kann das schon mal passieren.

Trillerpfeife:
Oh ja, die habe ich schon oft gebraucht. Plötzlich schießt ein Hund aus der Ausfahrt eines Hauses und rennt bellend hinter mir her. Mir stellen sich die Nackenhaare bei der Vorstellung, dass sein Gebiss genau auf der Höhe meiner Waden ist. Ein scharfer Pfiff mit meiner Tornado 2000 lässt meine Ohren klingeln und lässt den Hund kurz innehalten, was mir einen Vorsprung verschafft.

Nahrung:
Ich stehe ja auf Powerbar Shots. Koffein und Energie, wenn es mal richtig anstrengend wird. Phu Chi Fah war so eine Strecke, wo ich froh war noch welche dabei zu haben. Koffein erhöht die Sauerstoffaufnahme im Blut. Ansonsten ist besonders in Thailand die Nudelsuppe mein Treibstoff. Salzige Flüssigkeit und Nudeln.

Erste-Hilfe-Set:
Um ganz ehrlich zu sein. Das habe ich selten dabei. Im Notfall müsste ich improvisieren. Aber bitte nehmt das nicht als Aufforderung dasselbe zu tun. Wenn man aber eines dabei hat, dann sollte man auch damit umgehen können. Desinfektionsmittel bekomme ich auch in Apotheken oder bei den Behelfskrankenhäusern überall in Thailand. Aber worauf mir ankäme wäre eine Verletzung der Arterie. Wenn das spritzt, muss man wissen, was zu tun ist.
Wenn ich mit Personen unterwegs bin, für die ich Verantwortung trage, habe ich ein kleines Outdoor-Erste-Hilfe-Pack dabei. Das von mir empfohlene ist in Zusammenarbeit mit der Outdoor-Schule Süd entstanden. Dort habe ich einen erstklassigen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht. Volles Vertrauen.

So, und jetzt ab auf die Radtour Thailand. Ich wünsche dir viel Freude im Land des Lächelns
Stefan

Guithiao - thailändische Nudelsuppe